Donnerstag, 15. März 2007
Part 1: 2 Jahre Geschichte
Ja, scheint so, als wenn ich endlich eine Art Tagebuch führe... hehe. Habe niemals gedacht, dass ich mich selbst so tief ins knie fi**en würde, aber naja, verdient war es sicherlich.

Also, ich fange mal an:
Vor 2 Jahren bin ich auf eine neue Schule gekommen, mit dem Ziel mein Fachabi zu machen, jetzt bin ich sozusagen in der 12. Klasse und habe es geschafft, dass so ziemlich jeder mich hasst. Um ehrlich zu sein ist das eine neue Erfahrung, denn, obwohl ich immer anders war, war ich heiß begehrt. Das war auch der Grund, warum ich dieses mal in sowas bescheuertes reingerutscht bin.

Meine neue Klasse beeindruckte mich nicht sonderlich, es waren viele neue Gesichter, und ich kam schon mit dem Gedanken rein, die "Assis alle links liegen zu lassen, das durchzuziehen und meinen geplanten Weg zu gehen". Mit einem Begrüßungsspiel wurden wir einander vertraut gemacht, eine grauenvolle Erfahrung, wie sie auf jeder neuen Schule gemacht wird und wirklich abartig ist. Ich hatte als Partnerin eine, die ich hier einfach mal "Alexandra" nenne (echte Namen verwende ich natürlich nicht..). Alexandra war nicht sonderlich helle, und so entschloss ich mich, ihr einfach zuzuhören, wie sie mir ihre langweilige Geschichte aufs Ohr presste.
Endlich konnte ich mich zu Wort melden und sagen "hey, ich heiße Konarr" (ich hab natürlich meinen richtigen Namen gesagt, und nicht Konarr).

Bereits in diesem Moment, in dem sie mich mit ihrer Geschichte bedrängte, erahnte ich ihre Bestimmung: Sie wird dafür Sorge tragen, dass ich Informationen schnell und zuverlässig verbreiten kann.

Ich lauschte bei anderen Gesprächen mit und hörte schnell die verschiedenen Charaktere raus, unter anderem einen Sportler. Hier ist gut zu erwähnen, dass ich mich auf kein Geschlecht spezifiziert habe, also sowohl auf Frauen, als auch auf Männer stehe.

Er (nennen wir ihn einfach mal Tobi) hörte sich ziemlich normal an. Er redete mit einem Südländer, der im späteren Verlauf eine Klette an meinem Bein werden sollte. Egal, ich werde die Geschichte Stückweise weitererzählen...

Das Spiel mit dem Kennenlernen fand glücklicherweise schnell ein Ende, und ich konnte mich erstmal wieder von Alexandras ergüssen sammeln.
Nach dem Kennenlernen war der Tag auch zuende und ich bin erstmal etwas essen gegangen und dachte darüber nach, wie ich gut durch die Nummer komme.

Der nächste Tag begann dann schon erstaunlich, an meinem Ausdruck erkannte der Südländer, dass ich Metaller bin und entschloss sich, mich damit zu nerven, dass er auch der pure Metaller sei.
Natürlich waren ihm Bands wie "Cannibal Corpse" "Mayhem" "Burzum" oder "Deicide" kein Begriff, aber ich dachte mir "warum eigentlich nicht?". Der Sportler grenzte etwas an uns an, weil er Punk hörte und somit fast in den Kreis leichter Harmonie eintrat... mir gefiel diese Entwicklung.

Ich habe niemals Probleme damit gehabt, jemanden davon zu überzeugen, mit mir zusammen zu kommen, egal ob Männlich oder Weiblich, Schwul oder Hetero - ich hatte sie alle und genoß diesen Zustand.

Ich zog meine üblichen Nummern ab, um Tobi zu beeindrucken. Eine alte Freundin, die sich (wirklich) zufällig auf derselben Schule angemeldet hatte, unterstützte die Idee, zumindest einigermaßen. Sie war mal in mich verliebt, doch ich erwiderte das Gefühl nicht...

Durch sie konnte ich erst einmal den straight-hetero Typen markieren um mehr über Tobi in Erfahrung zu bringen. Schnell merkte ich, dass er Sorgsam war, aber selbst auch Probleme hatte.
Nach einem Gespräch mit einem Freund von mir, entschloss ich mich, die leichteste Nummer abzuziehen...

Die Idee:
Liebe basiert auf de Gefühl, zu brauchen & gebraucht zu werden, also eine Ko-Existenz zu gründen.
Ich entwickelte eine Geschichte, die traurig genug war, um Tobi dazu zu bringen, auf mich aufzupassen.
Ich erzählte ihm alles mögliche, von schlechten Beziehungen zu meinen Eltern (Meine Eltern sind in wirklichkeit Super, sehr Verständnisvoll und eine sehr effiziente Erziehung (ohne Bestrafung)). Er kümmerte sich rührend darum, dass es mir besser ging... und ich dachte mir "noch mehr, dann hast du ihn weit". Also habe ich mir sehr leichte Schnitte zugefügt, solche, die nichtmal Naben hinterlassen, sondern einfach nur ihn dazu bringen, mich gern zu haben.

Es funktionierte natürlich wie kalkuliert und Teil 2 des Plans trat ein: Er muss mich brauchen.
Ich bohrte in seinen Problemen, und sieh an was ich hörte? "Schlechte Beziehung zu den Eltern, wenig Freunde gehabt und so weiter".
Umso mehr ich in den Wunden bohrte, desto mehr dachte er, dass ich wirklich helfen würde.

Nach gut 3/4 des Jahres war es Zeit, den offensiven Flirt zu suchen. Ich zog meine üblichen Tricks durch, Spiele!

Spiele funktionieren wunderbar, um Kontakt zu Menschen zu kriegen, irgendwas, was intimen Kontakt erfordert. Vorallem "Du traust dich nicht..." funktioniert wunderbar, obwohl es so kindsich ist!
Ich bekam schnell intimen Kontakt zu Tobi und dachte mir "Gut, bald hast du ihn soweit, dass er dich liebt und du eine (hoffentlich lange) Zeit lang sehr sehr glücklich sein kannst.

Ich wurde natürlich immer offensiver bei den Spielen, von auf der Jeans zu Unter die Jeans, irgendwann unter die Boxershorts... und umso weiter ich kam, desto mehr war ich davon überzeugt, dass es klappen würde.
Ich fing schon an, damit zu prahlen, einen super Kerl kennengelernt zu haben. Im KRieg und in der Liebe war schließlich alles erlaubt und solange die Geschichte von mir stehen blieb, hätte das ein Leben lang wunderbar funktioniert...

"Ich liebe dich" - irgendwann war der Tag, es ihm so zu sagen. Die Antwort war eher niederschmetternd, "ich kann nicht". WAS SOLL MAN DA NICHT KÖNNEN?
Ich habe einen genialen Durchschnitt von 2,0. Ich sehe gut aus, habe keine Akne, keine Brille. Mich zu haben bedeutet eine saubere Zukunft zu haben, die mit VIEL Geld verbunden ist.
Ich dachte mir, dass Tobi einfach etwas Zeit braucht, um sich an die neue Situation zu gewöhnen, inzwischen hatten wir sogar regelmäßigen Oralsex in der Schule - wie weit konnte das Ziel schon noch entfernt sein?

Ich versuchte es immer weiter und gab mir mehr mühe, selbst "Hilflos zu wirken" damit er eine Beziehung zu mir aufbaute und ich ihm aus seiner Scheisse raushalf, damit er merkt "Der Konarr tut mir einfach gut".

Bis vor ca. 3 Monaten versuchte ich es immernoch, es zum laufen zu kriegen. Ich habe tatsächlich fast zwei Jahre damit verschwendet, einen Sportler rumzukriegen, mit mir zusammen zu kommen. Es ist grauenvoll für mich, zu erkennen, dass es tatsächlich jemanden gibt, der mir einfach widerstehen kann. Es war nicht normal, und ich war nicht bereit es zu akzeptieren. Vor 3 Monaten fing ich an, Streit zu provozieren, um zu sehen wie weit die Abhängigkeit fortgeschritten war. Wie ich es mir dachte, wollte er mich nicht gehen lassen, egal wie sehr ich ihm klarmachte, dass ich "unter diesen Umständen nichts mit ihm zu tun haben möchte, weil ich nicht will, dass er EIN, sondern MEIN Freund ist".

Ich dachte mir bis heute(!!), dass ich ihn jetzt gleich haben würde, aber heute hatte ich die Schnauze voll.
Und was machte ich? Ich provozierte einen Streit, der so verlief: Ich machte ihm klar, dass ich sein Leben uninteressant finde, weil sein Sport scheisse ist, seine Kollegen scheisse sind und er nicht bereit ist das zu ändern. Er sah darin natürlich kein Problem, also machte ich ein Problem daraus.
Um gut aus der Nummer rauszukommen, brauchte ich einen Kicker, damit er mich nicht mehr mag, was war da besser als die GEschichte, dass es mir niemals schlecht ging, platzen zu lassen?

Ich sagte ihm "Weißte was? Dein Konarr existiert garnicht" - "was meinst du? " - "Ganz einfach, ich habe dich verarscht. Meine Kindheit war genial und auch meine Eltern sind super. Ich habs dir nur gesagt, damit ich dich schneller rumkrieg, hätte das geklappt, wie es klappen sollte, wäre das optimal gewesen, aber jetzt hab ich keine Lust mehr darauf, den manisch depressiven Spinner für dich zu markieren".

Klar war sein Entsetzen groß und um ehrlich zu sein fühle ich im Augenblick auch kein Mitgefühl, schließlich hat er fast 2 Jahre damit verbracht, mich an sich zu binden, ohne mich haben zu wollen.
Das einzige, woran ich im Augenblick denke ist "Wird er mir auf die Fresse hauen, wenn er mich sieht" - vermutlich schon, zumindest werde ich die blöden Sprüche unterdrücken, wenn ich ihn das nächste mal sehe.


Was meint ihr dazu? In der Liebe alles erlaubt, oder doch schon zu heftig und ethisch/moralisch nicht vertretbar? Bin gespannt auf eure Meinung!

Ist Konarrs Geschichte moralisch vertretbar?
Ja
Nein

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Erstellt von konarr am 2007.03.15, 01:53.

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